Vor rund 500 Jahren sorgte eine schwarze Erde im Amazonas für reiche Ernten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie wiederentdeckt und ausgiebig erforscht. Als wichtigster Bestandteil stellte sich die Pflanzenkohle heraus, die bei nachhaltiger Landnutzung sowie Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt und zudem auch in der Wissenschaftsstadt Darmstadt auf der Karbonisierungsanlage produziert wird.
Einen Einblick in die Konzeption und Planung der Darmstädter Anlage gibt jetzt ein 12-seitiger Beitrag im neu erschienen Buch „Terra Preta. Pflanzenkohle, Effektive Mikroorganismen & Co.“.
„Mit dem Bau der Karbonisierungsanlage haben wir uns in Darmstadt mit dem Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) auf den Weg gemacht, offene Kreisläufe der Darmstädter Biomasse zu schließen, für Klimaveränderung gerüstet zu sein und eigene Pflanzenkohle herzustellen“, erläutert dazu Stadtkämmerer André Schellenberg. „Diese bringen wir auch schrittweise in Grünflächen der Stadt mit ein, wie beispielsweise in der Lincoln-Siedlung oder dem Zoo Vivarium.“
2019 wurde mit der Konzeption der Anlage neben der bestehenden Kompostierungsanlage in Darmstadt-Kranichstein begonnen, bis diese 2021 in Betrieb genommen werden konnte. Seitdem produziert der EAD dort Darmstädter Pflanzenkohle, gefolgt von der Darmstädter Erde, die 2024 entwickelt wurde. Das Buch wurde herausgegeben vom Heimatverein Kraichgau zusammen mit dem Verein ProCarbo und verfasst von den Autoren Reiner Dick und Susanne Kaiser-Asoronye. Es richtet sich an alle, die Bodenaufbau, Klimaschutz und Kreislaufdenken verbinden möchten. Neben der Herstellung von Pflanzenkohle im Kachelofen bis hin zur Industrieanlage wie der Darmstädter Karbonisierungsanlage werden Anreicherungsmethoden vorgestellt und Praxistipps gegeben.
Es ist unter anderem auf der Darmstädter Kompostanlage und im Zooshop des Vivariums zum Preis von 16 Euro erhältlich.